Die Problem-Matrix-Analyse in der Business Analysis: Was zuerst lösen?

In vielen Projekten stapeln sich die Probleme. Stakeholder melden verschiedenste Themen: technische Fehler, Prozessbrüche, unklare Verantwortlichkeiten. Doch welche Probleme sind wirklich kritisch? Welche kosten Zeit, Geld oder Nerven – und welche können warten?

Die Problem-Matrix-Analyse hilft Business Analysten dabei, Probleme systematisch zu bewerten, zu vergleichen und zu priorisieren. In diesem Blog erfährst du, wie du die Methode im Projektalltag anwendest.


Was ist die Problem-Matrix-Analyse?

Die Problem-Matrix ist ein Priorisierungswerkzeug, das qualitative oder quantitative Kriterien nutzt, um Probleme systematisch zu bewerten. Ziel ist es, Transparenz zu schaffen: Welche Probleme haben den größten Einfluss – und sollten zuerst gelöst werden?

Typische Kriterien:

  • Auswirkung auf das Geschäft (Kosten, Kundenzufriedenheit, Effizienz)

  • Dringlichkeit

  • Häufigkeit

  • Lösungsaufwand

  • Risiko bei Nichtbehandlung


Wann ist die Methode sinnvoll?

Die Problem-Matrix ist besonders hilfreich, wenn:

  • Viele Probleme gleichzeitig adressiert werden sollen

  • Ressourcen knapp sind (z. B. Entwicklerzeit, Budget, Fachabteilungen)

  • Stakeholder unterschiedliche Sichtweisen und Prioritäten vertreten

  • Entscheidungen transparent und begründbar sein müssen


So funktioniert die Problem-Matrix-Analyse

  1. Probleme sammeln
    Erhebe alle bekannten Probleme durch Interviews, Workshops, Tickets oder Prozessanalysen.

  2. Bewertungskriterien festlegen
    Typischerweise 3–5 Kriterien, abgestimmt mit Stakeholdern. Beispiele: Geschäftsauswirkung, Lösungsaufwand, Häufigkeit, Kundensicht, gesetzliche Relevanz.

  3. Skalierung definieren
    Bewertet wird meist auf einer Skala von 1–5 oder 1–10. Einheitlich, klar und messbar.

  4. Matrix erstellen
    In einer Tabelle wird jedes Problem gegen jedes Kriterium bewertet. Am Ende ergibt sich eine Gesamtpunktzahl oder Prioritätsklassifikation.

  5. Ergebnisse analysieren und priorisieren
    Die Matrix zeigt, welche Probleme sofort angegangen werden sollten – und welche ggf. warten können.


Beispiel für eine vereinfachte Problem-Matrix

ProblemAuswirkung (1–5)Häufigkeit (1–5)Aufwand (1–5)SummePriorität
Kunden erhält doppelte Rechnung54211Hoch
Login-Feld akzeptiert Leerzeichen2215Niedrig
Produktfilter zeigt falsche Werte43411Hoch

Hinweis: Du kannst die Summe gewichten oder durch visuelle Kodierung (Ampelfarben) aufbereiten.


Vorteile der Problem-Matrix in der BA

Strukturierte Entscheidungsfindung
Objektive Bewertung mit Stakeholdern
Hilft bei Ressourcenplanung und Sprint-Fokus
Fördert die Kommunikation zwischen Business und IT
Nachvollziehbare Prioritäten – auch gegenüber dem Management


Praxistipps

  • Stakeholder früh einbinden: Lass Fachbereiche die Kriterien mitdefinieren – das schafft Akzeptanz.

  • Nicht zu viele Kriterien: Drei gute Kriterien sind oft besser als acht unklare.

  • Aufwand vs. Wirkung kombinieren: Probleme mit hoher Auswirkung und niedrigem Aufwand bieten den besten ROI.

  • Regelmäßig aktualisieren: Die Problem-Matrix ist kein Einmal-Tool – sondern Teil eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses.


Fazit: Fokus schaffen, statt Feuer löschen

Die Problem-Matrix-Analyse ist ein einfaches, aber wirkungsvolles Mittel, um Klarheit im Chaos zu schaffen. Sie hilft Business Analysten, strukturiert zu priorisieren, transparente Entscheidungen zu treffen – und den Fokus dorthin zu lenken, wo er echten Mehrwert schafft.


Merksatz:

Nicht alle Probleme sind gleich – aber mit der richtigen Matrix werden sie vergleichbar.


Weitere Blogartikel:

Warum Ihr Unternehmen Business Analyse braucht

und welche Dienstleistung Sie buchen können.

>

Entdecke mehr von charleshenker.com

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen